Säule 3
Projektfonds
Der Projektfonds dient der Förderung von Projekten für besonders innovative FDM-Entwicklungen in Niedersachsen, welche zur Verbesserung des Forschungsdatenmanagements in Niedersachsen beitragen. Antragsberechtigt sind alle niedersächsischen Hochschulen. Weitere Details zur Förderung können der Verfahrensbeschreibung entnommen werden. Für Antragstellungen in den Jahren 2024 bis 2028 stehen insgesamt Mittel in Höhe von bis zu 8,65 Mio. Euro zur Verfügung.
Für die Antragstellung ist eine Vorstellung der Projektidee im FDM-NDS-Netzwerk sowie eine Beratung durch die Gesamtkoordination von FDM-NDS erforderlich. Wenn Sie einen Projektantrag in der Säule 3 planen, schreiben Sie uns gerne an info@fdm-nds.de.
Der nächste Termin zur Antragseinreichung ist der 04.09.2026
Überblick zu bewilligten Projekten
Projekte der ersten Ausschreibungsrunde
Einstein Your Data – Datenkompetenz für Studierende
Datenkompetenz ist heute eine wichtige Qualifikation in Forschung und Lehre. Ein sorgfältiges Forschungsdatenmanagement (FDM) ist unerlässlich, um Forschung transparent zu gestalten und ihre Ergebnisse reproduzierbar zu machen. Das Projekt „Einstein Your Data“ zielt darauf ab, die Data Literacy von Studierenden zu stärken und sie in die Grundlagen des FDM einzuführen. Die Universitäten Vechta und Oldenburg werden im Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Landesinitiative FDM NDS (1) Selbstlernmodule für Studierende als Open Educational Resources (OER) erstellen, (2) Workflows verbunden mit sicheren Datenräumen für studentische Projekte entwickeln und (3) Konzepte für die Nachnutzung der Angebote an weiteren Einrichtungen und den Einsatz in der Lehre erarbeiten.
Link zur Projektwebseite der Uni Vechta
Projektlaufzeit: 01.11.2025 – 31.10.2027
Fördervolumen: 614.754 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Universität Vechta
Beteiligte Hochschulen: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Kontakt: Prof. Dr. Karolin Bubke (karolin.bubke@uni-vechta.de)
eLabFTW@FDM-NDS
Das Projekt umfasst die Bereitstellung und das nachhaltige Betreiben von eLabFTW im Kontext der Academic Cloud auf Servern der TU Braunschweig. Durch die Bereitstellung von eLabFTW soll die Dokumentation von Forschungsdaten in den wissenschaftlichen Laboren in Niedersachsen modernisiert, optimiert und dadurch interoperabel werden. Durch regelmäßige Wartung und technischen Support werden eine hohe Verfügbarkeit und Datensicherheit gewährleistet. Zusätzlich sollen Schulungen und Support für Forschende und Laborpersonal angeboten werden, um eine nahtlose Integration in die bestehenden Arbeitsprozesse zu ermöglichen. Außerdem soll ein Vernetzungsforum zum Austausch für eLabFTW-Nutzende in Niedersachsen eingerichtet werden, welches den Austausch von Erfahrungen, Best Practices und Lösungen für spezifische Herausforderungen ermöglichen soll. Die Bereitstellung von eLabFTW wird die Zusammenarbeit zwischen Forschenden erleichtern, die Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen verbessern und die Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben sicherstellen.
Link zur Projektwebseite auf fdm-nds.de
Projektlaufzeit: 01.07.2025 – 30.06.2027
Fördervolumen: 269.628 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Technische Universität Braunschweig
Beteiligte Hochschulen: Technische Universität Clausthal, Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen
Kontakt: Lea Löhn & Dr. Benjamin Golub-Overbeck (info@fdm-nds.de)
FAIRnetzt in Niedersachsen
In dem Projekt „FAIRnetzt in Niedersachsen“ werden Aktivitäten durchgeführt, um FDM-Akteur*innen in Niedersachsen zusammen zu bringen und die Bekanntheit der Angebote von FDM-NDS zu steigern. Die im Projekt vorgesehenen Aktivitäten gehen über die Aktivitäten in der Säule 1 und 2 der Landesinitiative hinaus. Es sind Maßnahmen zur Verbesserung der Sichtbarkeit geplant, um die Landesinitiative bekannt zu machen und als Netzwerk in Niedersachsen zu etablieren. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Vernetzung von Mitgliedern der Landesinitiative mit Akteur*innen der NFDI-Konsortien und den Forschenden an den niedersächsischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Niedersachsen. Eine jährliche Tagung in Präsenz, die „Data Days Niedersachsen“, sollen als jährliches Highlight der niedersächsischen FDM-Community etabliert werden. Zusätzlich soll in moderierten Workshops eine Reflexion der Aktivitäten der Landesinitiative im Austausch mit Data Stewards und Forschenden aus Niedersachsen erfolgen, um die Angebote von FDM-NDS an den Bedürfnissen der Forschenden zu orientieren.
Projektlaufzeit: 01.07.2025 – 30.09.2029
Fördervolumen: 162.250 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Leibniz Universität Hannover
Beteiligte Hochschulen: Technische Universität Braunschweig
Kontakt: Dr. Anneke Meyer (anneke.meyer@zuv.uni-hannover.de)
Projekte der zweiten Ausschreibungsrunde
Aerospace Knowledge Base
Forschungsdatenmanagement in der Luft- und Raumfahrt ist stark durch konkurrierende Interessen von Einzelpersonen, Projekten, Unternehmen, Institutionen und Regierungen eingeschränkt. Wissensmanagement gilt als zentraler Engpass, scheitert jedoch häufig an Projekt- und Organisationsgrenzen. Projektbasierte Infrastruktur, wie im Exzellenzcluster SE²A, führt dazu, dass wertvolle Daten für nachhaltiges Fliegen oft nach Projektende ungenutzt bleiben.
Wir schlagen daher eine Aerospace Knowledge Base für (semi-)offene Daten vor, nach dem „Open by Default“-Prinzip von NASA und Siemens. Ein mehrschichtiges System verbindet eine frei zugängliche aerospace.wikibase mit institutionellen Infrastrukturen wie dem Dataverse der TU Braunschweig über eine Ontologieschicht, die semantisches Navigieren und kontextsensitive Zugriffsprüfungen ermöglicht. Kollaborative Foren und die Zusammenarbeit von Wissensingenieurinnen und Luftfahrt-Expertinnen begleiten jede Ebene.
Dieser Ansatz stoppt den Wissensabfluss nach Projektende nicht vollständig, bietet jedoch eine skalierbare, nachhaltige Infrastruktur mit Modellcharakter weit über die Luft- und Raumfahrt hinaus.
Projektlaufzeit: 01.04.2026 bis 31.03.2028
Fördervolumen: 351.376,00 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Technische Universität Braunschweig
Beteiligte Hochschulen: TIB – Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften
Kontakt: Ulrich Römer (u.roemer@tu-braunschweig.de)
Integrierte Prozesse für Datenschutz in der Forschung – IProDaFo
Datenschutzkonformes Forschungsdatenmanagement ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Forschung – angesichts der komplexen rechtlichen Vorgaben aber auch leichter gesagt als getan. Die Umsetzung datenschutzrechtlicher Aspekte in einem ohnehin anspruchsvollen wissenschaftlichen Arbeitsalltag stellt die Forschenden selbst, aber auch die zugehörigen Institutionen vor große Herausforderungen. Die derzeitige Situation zeigt einerseits einen Unterstützungsbedarf bei den Beteiligten auf und weist andererseits auf ein Potential hinsichtlich der existierenden Prozessstrukturen hin.
Hier setzt IProDaFo an: In dem Projekt wird ein Prozess zur Verzahnung der Forschenden mit den fachjuristischen Einrichtungen in Hochschulen im Hinblick auf Datenschutz-Compliance entwickelt und darauf hingearbeitet, die Vorgänge zur Planung und Steuerung der datenschutzrechtlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit Forschungsvorhaben stärker zu institutionalisieren.
Dies umfasst eine Untersuchung des Status Quo der Integration von Datenschutztools in Niedersachsen, eine Vernetzung der Akteur:innen an niedersächsischen Hochschulen, die Entwicklung eines Prozesses zur Abfrage und Verarbeitung von forschungsbezogenen Datenschutzinformationen, sowie die Formulierung einer Strategie zur Weiterentwicklung der Beratungsprozesse im Datenschutz.
Projektlaufzeit: 01.04.2026 – 31.03.2028
Fördervolumen: 264.264 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Leibniz Universität Hannover
Beteiligte Hochschulen: –
Kontakt: Prof. Dr. Margrit Seckelmann (margrit.seckelmann@iri.uni-hannover.de)
Kompetenzmessung und Analyse struktureller Strategien in der Landesinitiative FDM-NDS (KOMPASS-FDM)
KOMPASS-FDM ist ein Forschungsvorhaben zur umfassenden Analyse und Wirkungserhebung der niedersächsischen Landesinitiative Forschungsdatenmanagement (FDM-NDS), die seit 2023 den Ausbau von FDM-Strukturen an Hochschulen im Land unterstützt. Das Projekt zielt darauf ab, die Wirkung der Initiative sichtbar zu machen, strategische Steuerung zu ermöglichen und nachhaltige Entwicklungen zu fördern. KOMPASS-FDM verfolgt dabei eine mehrdimensionale Evaluationsstrategie: Zum einen wird die Entwicklung der FDM-Strukturen in den Hochschulen untersucht – etwa hinsichtlich Governance, Sichtbarkeit und Implementierung. Zum anderen steht die individuelle Ebene im Fokus: Das Projekt entwickelt ein psychometrisch fundiertes Messinstrument zur objektiven Erfassung von FDM-Kompetenz, was eine bestehende Lücke im Bereich der Wirkungsmessung schließt. Das Vorhaben ist eng mit dem Steuerungsgremium und der Gesamtkoordination und Vernetzungsstrategie der Landesinitiative verzahnt. Nationale Netzwerke werden eingebunden, um eine breite Anschlussfähigkeit und nachhaltige Nutzung zu sichern. KOMPASS-FDM schafft somit eine belastbare Datenbasis für die Weiterentwicklung der FDM-NDS und setzt zugleich bundesweit Impulse für evidenzbasierte Strategien im Forschungsdatenmanagement.
Projektlaufzeit: 01.07.2026–30.06.2029
Fördervolumen: noch nicht final bekannt
Federführende Hochschule („Lead“): TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek
Beteiligte Hochschulen: Universitätsbibliothek der Technischen Universität Braunschweig (UBBS),
Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen (HAWK)
Hochschule Hannover (HsH)
Kontakt: Prof. Dr. Ina Blümel (ina.bluemel@tib.eu)
Nds-WiDax - Interaktiver Datenaustausch zwischen Forschungsdatenrepositorien mittels Wissensgraphen im niedersächsischen Raum
Das Projekt Nds-WiDaX verfolgt das Ziel, Forschungsdateninfrastrukturen in Niedersachsen durch die Entwicklung eines domänenspezifischen, semantisch angereicherten Wissensgraphen nachhaltig zu vernetzen. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass effektives Forschungsdatenmanagement eine gemeinschaftliche Herausforderung darstellt, die über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg Kooperation und technische Interoperabilität erfordert. Aufbauend auf dem Leibniz Data Manager (LDM) – einem offenen, semantikorientierten Softwaredienst – ermöglicht Nds-WiDaX die maschinenlesbare und kontextuelle Erschließung heterogener (Meta-)Daten aus niedersächsischen Datenrepositorien. Der entstehende Wissensgraph vernetzt digitale Forschungsobjekte semantisch über Ontologien, kontrollierte Vokabulare und Named Entity Recognition. Nds-WiDaX richtet sich an drei Zielgruppen: Forschende erhalten semantische Such- und Vergleichsmöglichkeiten, wissenschaftliche Einrichtungen profitieren von standardkonformen Schnittstellen und Metadatenexports, und die niedersächsische Forschung insgesamt wird durch bessere Auffindbarkeit und Interoperabilität der Forschungsdaten gestärkt.
Projektlaufzeit: 01.05.2026 – 30.04.2028
Fördervolumen: 299.690,00 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Technische Informationsbibliothek (TIB)
Beteiligte Hochschulen: –
Kontakt: Dr. Angelina Kraft (angelina.kraft@tib.eu)
OPUS-CKD
Das Projekt entwickelt eine bislang interne Kerndatenbank mit Daten von rund 15.000 nierenkranken Patienten zu einem kontrolliert zugänglichen „Open User-File“. Externe Forschungseinrichtungen sollen über die OPUS-CKD-Web-App einen Überblick über verfügbare Parameter erhalten und anschließend anonymisierte Datenauszüge beantragen können. Die Stiftung Präventivmedizin KfH e. V. prüft Anträge wissenschaftlich und hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte. Der Datentransfer erfolgt über einen Datentreuhänder der Leibniz Universität Hannover. Das Projekt schafft ein Modell für den transparenten, datenschutzkonformen Zugang zu sensiblen medizinischen Forschungsdaten. Die Datenbank – die größte ihrer Art in Deutschland – wird erstmals als Forschungs-Toolbox nutzbar und ermöglicht vergleichende Analysen. Die entwickelten Datenschutz- und Sicherheitskonzepte können als Vorlage für weitere medizinische Forschungsdatenbanken dienen. Das Programm gliedert sich in APs zur Erstellung der OPUS-CKD App: AP 1: Anonymisierung, Sicherheitskonzept, mit MS1 Sicherheitskonzept erstellt, AP2A: Website-Konzept mit MS2 WK erstellt, AP2B: Website-Implementation mit MS3, Website erstellt, AP3: Konzept/Implementierung Datenextrakt mit MS 4 Datenextrakt-Interface, AP 6A/B: Simulation/Optimierung Datenextrakt, MS 5: Datenextraktion standardisiert möglich.
Projektlaufzeit: 01.02.2026-31.07.2027 (18 Monate)
Fördervolumen: 264.112,00 Euro
Federführende Hochschule („Lead“): Leibniz Universität Hannover
Beteiligte Hochschulen: Leibniz Universität Hannover, beratend Medizinische Hochschule Hannover (Prof. Zacharias, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik)
Kontakt: Prof. Dr. Cornelia Blume (blume@iftc.uni-hannover.de)
WissKomm Wiki: Digitale Wissens-Infrastruktur für audio-visuelle Forschungsdaten
WissKomm Wiki schafft eine digitale Bibliothek für wissenschaftliche Videos und Podcasts. Gemeinsam mit der Community aus Forschenden, Entwickler*innen sowie Urheber*innen und Plattformbetreibenden etablieren wir eine sichere, interoperable Plattform für audio-visuelle Forschungsdaten in der WissKomm-Wissens-Infrastruktur. Indem wir rechtebewehrte Videos und Podcasts nach FAIR-Prinzipien findbar, annotierbar und nachnutzbar machen, vernetzen wir Wissen über Plattformgrenzen hinaus.
Konkret konsolidieren wir zunächst die Rahmenbedingungen in Anforderungskatalog und Datenschutzkonzept für ein juristisches Gutachten. Parralel schaffen wir ein Wikibase basiertes Wiki-System, weitere Dienste und Interfaces für Automatisierung, vernetzung und befähigung der Community.
Die Community wird insbesondere durch eine offene Stakeholder Group repräsentiert. So soll ein Delphi-Katalog, aber auch Info-Material wie Konzept-Grafiken, Übersichts- und Erklär-Videos sowie ein Begleit-Podcast mit Interviews entstehen. Ziel sind 100.000 Videos, 2.000 Podcasts, 5.000 Transkripte und 1.000.000 Metadaten. Dafür wollen wir über 20 Forschende, 100 Urheber*innen und 1.000 Nutzer*innen der WissKomm-Wissens-Infrastruktur zusammenbringen und in mindestens fünf Projekt-Kollaborationen Mehrwert entfalten.
Projektlaufzeit: 01.04.2026 – 31.03.2028
Fördervolumen: 522.504,00 €
Federführende Hochschule („Lead“): Leibniz Universität Hannover
Beteiligte Hochschulen: TIB – Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften
Kontakt: Tim Wittenborg (WissKomm.Wiki@tib.eu)
